Wenn der Auszug wackelt oder nicht mittig zur optischen Achse sitzt.

Die Okularauszüge, bei preiswerten Einsteiger Web + Kaufhausteleskopen, wackeln besonders oft schon von Anfag an oder nach kurzem Gebrauch.

Besonders aber wenn schwereres Zubehör (wie schwere Okulare, Binoansatz oder Kameras) verwendet wird. Bei Billiggeräten sind oft keine Zentrierungshilfen verbaut, dann wird das einfach mit ausreichen zähem Fett, mit Plastik oder Filzstreifen versucht mittig zu halten.

Die in ihnen verbauten Kunststoffplättchen, die zum zentrieren gedacht sind, brechen oder verschleißen sehr schnell, was dann zu mehr Spiel und starkem kippeln am Auszug führt. Wird nun das Spiel am Auszugsrohr durch Verschleiß zu groß und nur durch nachjustieren der Befestigungsschrauben am Auszugantrieb behoben, schiebt man das Innenrohr aus der Mitte.

Die Folge davon ist, das Okular sitzt nicht mehr auf der optischen Achse. Aber meist wird schon das kippeln, des nur mit einer Schraube gehaltene Okulars von Einsteiger nicht sofort wahrgenommen.

Es ist aber vorhanden und führt zu einer schlechten Abbildung z.B. am Planeten, da man ja jetzt nicht auf das runde Abbild des Lichtkegels schaut, sondern auf einen leicht schrägen Kegelschnitt was dann zu Unschärfen führt und man so die vorhandene Abbildungschärfe des Teleskops verschenkt. Man ist von der Teleskopleistung enttäuscht.

Der Tipp kann das Fokuskippen bei Ganzmetall – Okularauszägen dauerhaft und justierbar eliminieren. Hier ein Foto – Beispiel, an einem Quelle Refraktor 60/910 mit Klappspiegelsucher. Der Okularauszug aus Aluguss ist recht stabil und hat ein verchromtes Innenrohr aus Metall. Der kann dann so wie auf der Skizze und dem Foto verbessert werden, Links auf dem Foto sieht man den Okularauszug mit den montierten Nylonschrauben und das verchromte Tauchrohr

 

         

 

 

Ich habe meinen 1975 so umgebaut, danach war das Tauchrohr erstmals mittig zur optischen Achse, wackelfrei und leichtgängig und arbeitet bis heute noch sehr gut. An Mond und Planeten setze ich sogar 1,25″ Plössel Okulare + Barlow mit einem Adapter 24,5 mm auf 1,25″ ein, wenn ich nur kurze Zeit beobachten will, steht fertig aufgebaut in meiner Sternwachte, ist in fünf Minuten auf der Terrasse im Einsatz und ich möchte Ihn nicht missen. Wer G²-Astro Tipp 1 + 2 an seinem Einsteiger oder Kaufhausteleskop anwendet wird mit besseren Bildern und ruhigerem Einblick belohnt.

Nachtrag: Heute wird auch oft verchromter Kunststoff bei Fernost Okularauszügen verwendet, der verschleißt zu schnell und kann deshalb nicht mit der hier gezeigten Methode mit Schrauben ausgebaut werden. Hier lässt sich nur durch häufiges austauschen der Kunststoffstreifen (mehrere Lagen Tesafilm) oder Teflonstereifen Abhilfe schaffen und das vorhandene Spiel reduzieren. Oder ein besserer Okularauszug bei einem Teleskopmarkt preiswert aus der Bastelkiste erwerben und anbauen. Das geht aber nicht bei Cat Teleskopen die dort eine Festeigbaute Linse im Okularauszug haben!